Auch in Bodo Kirchhoffs neuem Buch geht es wieder um das Leiden an der Sexualität, legt Rezensent Hilmar Klute dar. Im Zentrum steht diesmal, ist zu lesen, Louis Arthur Schongauer, ein ehemaliger Filmschauspieler, spezialisiert auf Nazirollen, der nun in einem Landhaus am Gardasee wohnt, gemeinsam mit einer Hündin. Es tauchen dann, zeichnet Klute die Erzählung nach, zwei Frauen auf, eine junge Bloggerin und eine Journalistin, die ihn porträtieren will. Geschickt spielt Kirchhoffs Prosa mit den Erwartungen, die sie erzeugt, so der Rezensent, außerdem geht es im Buch um zwei ältere, tragisch verlaufene Beziehungen Schongauers und auch um das Herzleiden der Hauptfigur. Ziemlich viel Tragik ist in diesem Leben angehäuft, meint Klute, auch die Journalistin hat Eheprobleme und eine Fehlgeburt hinter sich. Gleichwohl gibt sich der Rezensent gerne dem Sog des Kirchhoff'schen Erzählens hin, das auf eindringliche Weise um Intimität und Traurigkeit kreist.