Fast ausnahmslos begeistert ist Rezensentin Cathrin Kahlweit von der wieder entdeckten Romanfigur Polly Flint, die vor vierzig Jahren von der inzwischen auch in Deutschland hochberühmte Autorin Jane Gardam geschaffen wurde. Fasziniert ist sie auch von der Romanidee, dass ein Mädchen aus einem nordenglischen Fischerdorf, ohne Eltern und ohne Chancen sich mit Robinson Crusoe identifiziert - eben weil sie wie er auf seiner Insel jedes geistige und materielle Moment seines Lebens selbst herstellen muss. Ebenso überzeugend findet die Kritikerin den Hergang der Geschichte, dass nämlich aus dem heimatlichen Fischerdorf durch die Industrialisierung Englands eine Stadt hervorgeht. Auch wie Polly Flint zu einer Art Nachfahrin und Gegenfigur von Janes Austens Romangestalten wird, wie sie rebelliert, weggeht und wiederkommt, nötigt ihr großen Respekt ab. Umso enttäuschter ist die Kritikerin dann, dass die Autorin sich von ihrer Figur am Schluss entfernt und ihr Leben als emanzipierte Frau nur noch summarisch erzählend zu Ende führt.