Einen ziemlich einzigartigen Traumaroman hat Jonas Lüscher laut Rezensentin Iris Radisch geschrieben. Ausgangspunkt, erfahren wir, ist die schwere Corona-Erkrankung des Autors, wie in einem Fiebertraum huscht der Lüscher offenbar nachempfundene Ich-Erzähler durch Zeiten und Räume. Die Spannbreite ist beeindruckend, findet Radisch, es geht von der industriellen Revolution bis in die nahe Zukunft ebenso wie von Flandern und Böhmen bis nach Ägypten. Auch motivisch ist viel los, zählt Radisch weiter auf, eine Menge Maschinen kommen vor und auch ein Traumpalast, den ein Briefträger erbaut hat, außerdem helfen zahlreiche Schriften dabei, dem Roman Zusammenhalt zu geben, darunter eine Peter-Weiss-Erzählung oder Reportagen über die Mondlandung. Radisch überlegt, was die ganzen Maschinen in diesem Buch mit Lüschers Covid-Erkrankung zu tun haben könnte, die der Autor ebenfalls nur dank Maschinen überlebte. Wie in einem Schattenreich gleitet er im Roman durch Raum und Zeit, Lüscher selbst spricht mit Deleuze und Guattari von einem "rhizomatischen Gewebe", weiß Radisch. Die Ironie der vorherigen Bücher ist verschwunden, die Gelehrsamkeit des Autors erschlägt mitunter, findet die Kritikerin. Dafür besticht dieser "radikal verwilderte" Roman unter anderem mit Rasanz, so Radisch, Und dass ganz am Ende in all der oft menschenfeindlichen Maschinenwelt und bei all den Nahtoderfahrungen doch ein bisschen menschliche Hoffnung blüht, gefällt der insgesamt sehr angetanen Rezensentin ebenfalls.