Gut informiert über den Bauernkrieg fühlt sich Rezensent Oliver Pfohlmann nach der Lektüre dieses Buches. Gerd Schwerhoff zeichnet die Geschichte des Aufstands nach, der im 16. Jahrhundert zahlreichen Bauern, die vom Adel die Abschaffung der Leibeigenschaft und andere rechtliche Besserstellungen forderten, zum Opfer fielen. Dabei räumt Schwerhoff mit einigen Klischees auf: so seien die Bauern keineswegs Revolutionäre gewesen, sondern hätten zumeist versucht, mit Verhandlungen ihre Ziele zu erreichen. Als Gründe für die Niederlage der Bauern nennt der Autor naheliegende, wie den Mangel an geeigneten Waffen, aber auch weniger geläufige wie die Tatsache, dass nicht alle Bauern aus freiem Willen mitkämpften und deshalb teils wenig motiviert waren. Die umfangreiche, detaillierte Schilderung der damaligen Ereignisse, die dieses Buch unternimmt, mag zunächst ermüden, ist auf die Dauer aber sehr ergiebig, findet Pfohlmann, weil Schwerhoff aufzeigt, dass jeder einzelne lokale Aufstand unterschiedlich verlief und auch die Reaktionen der Obrigkeit sich nicht immer glichen. Was waren die Gründe für den Bauernkrieg? Entscheidend war die Reformation, die den Bauern Hoffnungen auf Besserstellung machte - vergebens, wie klar wurde, als Luther in krassen Formulierungen für die Niederschlagung der Aufstände plädierte, so der Kritiker. Insgesamt eine starke Darstellung eines historischen Ereignisses, über das ansonsten oft verkürzend geschrieben wird, so das Fazit.