Rezensentin Melanie Longerich bespricht drei zeitgleich erschienene Veröffentlichungen zum deutschen Krisenjahr 1923. Neben Jutta Hoffritz' "Totentanz - 1923 und seine Folgen", das das Jahr anhand vier berühmter Zeitgenossen aufrollt, und Peter Reichels "Rettung der Republik? Deutschland im Krisenjahr 1923", das drei Fallstudien liefert, empfiehlt die Kritikerin Volker Ullrichs Buch besonders als Einstieg. Denn obwohl der Historiker, Journalist und Hitler-Biograf bewusst nicht chronologisch verfahre, weil das das Jahr mit seinen sich überschlagenden Ereignissen schlicht nicht hergebe, wie Longerich den Autor wiedergibt, biete Ullrich eine "detaillierte" Entwirrung aller damaligen Geschehnisse. Dabei orientiere er sich "eng" am aktuellen Forschungsstand, arbeite aber auch viel mit Zeitzeugenberichten, lobt Longerich. Neben den drei Hauptfaktoren Ruhrbesetzung, Hyperinflation und Hitler-Putsch, die das Jahr prägten und die bei Ullrich wie auch in den Publikationen der beiden anderen Autor*innen ausführlich beleuchtet werden, schätzt die Kritikerin an Ullrichs Buch auch ein Kapitel über die Kulturszene und eines über den "deutschen Oktober" als Phase, die dem Hitler-Putsch am 9. November den Boden lieferte.