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- C.H. Beck
- 2025
- Gebunden
- 287 Seiten
- ISBN 9783406821745
Dass Deutschland wegen der Verbrechen des Zweiten Weltkriegs eine historische Verantwortung gegenüber Russland besitzt, wird nur selten in Zweifel gezogen. Dass dasselbe mehr noch für die Ukraine gilt, ist dagegen sehr viel weniger im öffentlichen Bewusstsein verankert. Martin Schulze Wessel legt die erste Geschichte der deutsch-ukrainischen Beziehungen vor und ruft in Erinnerung, wie eng die deutsche und die ukrainische Geschichte im 20. Jahrhundert miteinander verflochten sind. In seinem Buch zeigt er, wie historische Erfahrungen bis heute fortwirken, und fragt, was das für unser heutiges Verhältnis zur Ukraine bedeutet. Im Ersten Weltkrieg verbanden sich die kolonialen Pläne der Deutschen für Osteuropa mit den Bestrebungen der ukrainischen Nationalbewegung.
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So wurde die Gründung eines ukrainischen Nationalstaats 1918 durch die deutsche Besatzung des Landes möglich. Auch deshalb suchte Stepan Bandera im Zweiten Weltkrieg die Allianz mit NS-Deutschland, doch Hitlers koloniales Projekt unterschied sich fundamental von dem des kaiserlichen Deutschland. Die Ukraine wurde zum Zentrum des deutschen Vernichtungskrieges. Nach 1945 verschwand die Ukraine im deutschen Bewusstsein wieder in der Sowjetunion, und auch nach 1991 blieb sie eine vielfach übersehene Nation mit fatalen Folgen für die deutsche Reaktion auf den russischen Angriffskrieg seit 2014.
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