Ein "Archiv des Augenblicks" habe Nico Bleutge geschaffen, im doppelten Sinne, jubelt Paul Jandl. An diesem Debüt hat er überhaupt nicht auszusetzen, im Gegenteil, und den Hype, der sich um den mit Preisen überhäuften jungen Autor gebildet hat, kann Jandl nicht nur verstehen, er hält ihn auch für vollauf gerechtfertigt. Denn Bleutge arbeite die Beziehungen zwischen Sehen, Schreiben und Erleben wie im Titel angekündigt klar konturiert heraus und betätige sich dabei gleichzeitig als "hochintelligenter" Kommentator und Kritiker des eigenen Tuns. Besonders faszinierend findet Jandl die "Kippeffekte", die entstehen, wenn aus Bleutges Beschreibungen immer neue Bilder und Welten entstehen, aus "mikroskopisch genauen" Beobachtungen von Details ganze Landschaften erwachsen. Mit einem Wort: "beeindruckend".