Der Militäranalyst Franz-Stefan Gady plädiert in seinem Buch dafür, sich mit dem Krieg auseinanderzusetzen, das ist aber nicht bellizistisch gemeint, versichert Rezensent Sebastian Gierke. Gady geht es angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine und den zunehmend technologisierten Möglichkeiten der Kriegsführung darum, den Krieg ins Denken zurückzubringen, um sich darauf vorbereiten oder im besten Falle verhindern zu können, dass sich kriegerische Auseinandersetzungen mehren, erfahren wir. Die Beispiele zwischen dem amerikanischen Bürgerkrieg und Afghanistan sind sowohl historisch als auch aktuell und erklären sich für Gierke aus dem Lernpotential für die Gegenwart. Dass Gadys Thesen ob ihrer Betonung des Militärs für einige abschreckend wirken dürften, ist ihm selbst auch bewusst, er nimmt dies allerdings in Kauf, um davor zu warnen, was passiert, wenn Europa nicht vorbereitet ist auf Krieg, schließt der Kritiker.