Welchen Zweck hat die satirische Abarbeitung an einer Wirklichkeit, die selbst schon krasse, heißt schwer - wenn überhaupt - an Absurdität, Geschmacklosigkeit und Gewalt zu überbietende Satire ist, fragt sich Rezensent Thomas Wörtche bei der Lektüre von Tom O'Briens "America Fantastica". Ein ehemaliger Star-Journalist, Ex-Fake-News-Creator, nun Bankräuber ohne Ziel und Motiv schießt auf seiner wilden Trajektorie durchs Tollhaus, welches die USA unter Trump im Corona-Jahr 2020 war (und ist), verfolgt und begleitet von einem Ensemble an Karikaturen aus dem "großen, amerikanischen Klischeetopf", wie Wörtche es ausdrückt - soweit die Handlung. Dieses Tollhaus literarisch noch toller zu gestalten, als es de facto eh schon ist, versucht der Autor nach Kräften, lesen wir, doch allzu oft wird er von der irren Realität überboten. So liest sich seine America-Satire teils witzig, teils albern, teils wie eine Sammlung von "Herrenwitzen", aber auf jeden Fall kommt sie leider leider "viel zu spät", resümiert der Rezensent.