Rezensent Volker Weidermann trifft sich mit Don Winslow und zeigt sich überrascht über dessen Entscheidung, den Schreibstift endgültig niederzulegen. Dieser Entschluss komme bei ihm keineswegs aus heiterem Himmel, erzählt der, denn in Zeiten des neofaschistischen Aufschwungs, so die zeitgeschichtliche Diagnose des amerikanischen Autors, sei es ein Gebot der Stunde, das Schreiben ruhen zu lassen und die ganze Geisteskraft in den politischen Kampf zu investieren. Politisch sei Winslow erst durch die Recherchen für seine Bücher geworden, erzählt er dem Redakteur. Er habe viel über Drogenhandel, Unterdrückung und Polizeistaat gelesen und daraus die Forderung entwickelt, Drogen zu entkriminalisieren. Denn ein Großteil der Korruption in der Welt werde durch Gelder aus dem Drogenhandel finanziert, so Winslow. Um mafiöse Machenschaften, Geld aus halblegalen Quellen und Morde geht es auch in seinem jüngsten Buch. Darin schildert Winslow den rasanten Aufstieg und den ebenso schnellen und steilen Abstieg eines Mafioso. Widermann trifft hier definitv auf Winslows literarischem Stil, eine Mischung aus gut geschriebenem Genreroman und gründlicher Recherche.