Familie – das scheint für Peter Henning eine Ansammlung von Monaden zu sein, die sich fremd und gleichgültig sind. Oder streiten. Rezensent Burkhard Müller jedenfalls findet die Kümmernisse und der Familie in diesem Buch viel zu isoliert dargestellt, als dass sich daraus ein veritabler Familienroman ergeben würde. Im Zentrum steht die 78-jährige Johanna, die noch einmal ein großes Familienfest wünscht, bevor sie in eine betreute Wohnanlage zieht, fasst Müller zusammen, der das als handlungstragendes Konstrukt ein bisschen schütter findet. Der Rezensent stört sich daran, dass die Figuren mit ihren mannigfaltigen Sorgen alle so "vor sich hinwursteln" und hauptsächlich durch die Gleichzeitigkeit ihrer Handlungen verbunden sind. Auch der Stilwille des Autors sorgt seiner Ansicht nach eher für Längen als für Erleuchtung. In einer durchaus überraschenden Wendung bescheinigt Müller dem Roman aber dann doch ein "fesselndes" Buch zu sein. Vor allem, weil der Autor "erkennbar etwas will", nämlich eine heutige Familie darstellen, "und stur daran festhält". Henning begegne seinen - nicht unbedingt sympathischen - Figuren mit "bedingungsloser Liebe", und das, so scheint es, macht für den Rezensenten die Mängel mehr als wett.