Dass auf dem Titel von Ulrike Draesners neuem Buch die Gattungsbezeichnung "Roman" durchgestrichen ist, zeigt Rezensentin Melanie Mühl, dass sie es durchaus mit autobiografischen Anteilen zu tun hat in dieser Geschichte einer Adoption, einer Mutterschaft. Die Erzählerin, die sie mit der Autorin in eins setzt, ist mit ihrem Mann nach Sri Lanka geflogen, um die dreijährige Mary aus einem Heim zu adoptieren - das gestaltet sich durchaus problematisch, denn Mary kann sich zunächst nicht auf die "Elternbereitschaft" der beiden einlassen, was Mühl zufolge einfühlsam und gefühlsreich geschildert wird. Dass die Tochter ihr näher kommt, während der Mann sich entfremdet und letztlich mit einer anderen, jüngeren Frau ein Kind bekommt, zeigt auch die Schwere dieser besonderen Liebeserklärung - ein Buch, "das nachhalt, aufwühlt, froh macht", resümiert die Kritikerin.