Rezensentin Undine Fuchs ist enorm beeindruckt von diesem Roman, dem sie eine lange Kritik widmet. Joyce Carol Oates erzählt die Geschichte Hannahs, einer angepassten gelangweilten Ehefrau und Mutter, die sich in einen Mann verliebt, der sie misshandelt und vergewaltigt. Das Beeindruckende daran ist für die Kritikerin vor allem, wie Joyce es schafft, die Brutalität fast unerträglich detailliert zu schildern, ohne die Grenze zum Voyeurismus zu überschreiten. Das, erklärt die Rezensentin, liegt vor allem an der Realitätsverweigerung Hannahs, die so weit geht, dass sie zulässt, dass ein unschuldiger Schwarzer angeklagt wird. Dazwischen geschnitten ist immer wieder ein zweiter Erzählstrang über die realen Morde des "Oakland County Child Killers" Mitte der Siebziger. Oates Umgang mit der literarischen Überblendungstechnik ist meisterhaft, betont die Kritikerin, die auch die "brillante" Übersetzung von Silvia Morawetz lobt. Oates zeichnet kein harmonisches Bild der Gesellschaft und auch kein eindeutiges, erklärt Fuchs. Im Gegenteil: der Leser werde immer wieder verunsichert, wie er die Handlungen der Personen bewerten soll. Aber gerade das macht für die Rezensentin die Größe dieses Romans aus.