Für Rezensentin und FAZ-Redakteurin Rose-Maria Gropp geht Ursel Bäumers Bestreben, der Künstlerin Louise Bourgeois über eine Roman-Erzählung von deren Kindheit näher zu kommen, nicht auf. Zwar sei der Ansatz richtig, weil die französisch-amerikanische Künstlerin, geboren 1911 in Paris, selbst immer wieder die Relevanz ihrer Kindheit für ihr künstlerisches Schaffen betont habe, erkennt Gropp an; und die Nähe zur früh verstorbenen Mutter, die als Weberin das künstlerische Talent ihrer Tochter früh förderte, und die Hassliebe zum chronisch untreuen Vater würden von Bäumer auch entsprechend hochgehängt. Fast ein bisschen zu hoch, meint Gropp, der in der eher binären Logik von guter Mutter und bösem Vater die Ambivalenzen der teilweise bedrohlich-riesigen, bekanntermaßen an Mutter und Vater angelehnten Spinnen-Skulpturen Bourgeois' verloren gehen. Auch erweckt die Ausführlichkeit der Darstellung bei ihr eher den Eindruck einer "Endlosschleife" als einen erzählerischen Sog. Was sie aber am meisten stört, ist, dass das Komische beziehungsweise. die "verspielte Bösartigkeit" des Daseins in Bäumers Buch keinen Platz hat, obwohl es für Leben und Schaffen der Künstlerin prägend gewesen sei. Für die Kritikerin daher ein zwar handwerklich "ausgefeilt und ambitioniertes", aber die dargestellte Person(a) im Kern verfehlendes Buch.