Eigenwillig und provokant ist dieser neue Roman von Claudia Pineiro, hält Kritikerin Katrin Doerksen fest: Die Protagonistin Inés war lange im Gefängnis und hat dort ihre Hingabe zu Insekten, insbesondere Fliegen, entdeckt. Mit einer Freundin hat sie nun ein Unternehmen gegründet, das halb Detektei, halb Schädlingsbekämpfung ist, und so kommt Inés schnell in die Situation, dass eine Kundin Insektengift von ihr verlangt, um ihren Mann zu töten, erfahren wir. Spannend ist für Doerksen aber vor allem, wie die Figuren mit sich selbst in Streit geraten und ihre unterschiedlichen feministischen Positionen miteinander ausfechten. Dafür werden auch Beauvoir und Adichie zitiert, das schafft der Kritikerin zufolge einen experimentierfreudigen Erzählraum, der Themen wie Mutterschaft, das Patriarchat und die Weltliteratur auf eine Art und Weise behandelt werden, auf die man sich einlassen muss, die aber durch ihre Eigenartigkeit auch höchst interessant ist.