Für Kritiker Knut Henkel ist Leonardo Padura der Krisen-Chronist Kubas, der sich in diesem Roman mit der Zensur auseinandersetzt und anlegt: Hier steht mit dem Protagonisten Reynaldo Quevedo eine Figur im Zentrum, die dem "Zar der Zensur", Luis Pavón, nachempfunden ist, der etliche Künstlerinnen und Künstler in den 1970er-Jahren zensiert, ins Exil oder in Arbeitslager gezwungen hat. An seine Opfer erinnert Paduras Roman, der in Kuba selbst nur als PDF zirkulieren kann, erklärt der Kritiker. Ausgangspunkt der Geschichte ist der Mord an Quevedo, der hinzugerufene Ermittler ist selbst verkappter Schriftsteller, der im Laufe des Buchs deutlich macht, welche Folgen die ausgeprägte Zensur hat, wegen der "die Menschen in Scharen die Insel verlassen." Ein wichtiges Buch, urteilt Henkel, der neben Padura auch von einigen weiteren aufsehenerregenden Fällen berichtet und so auf die Lage in Kuba aufmerksam macht.