Intelligent, "wunderbar witzig" und schön durchgeknallt, findet Rezensent Dirk Fuhrig Micha Lewinskys Romandebüt "Sobald wir angekommen sind". Es geht um das jüdische Ehepaar Oppenheim, das eine überstürzte Flucht nach Brasilien antritt, als Russland Nato-Gebiet beschießt. Ben Oppenheim würde gerne auf den Spuren Stefan Zweigs wandeln, zumindest was dessen schriftstellerischen Erfolg angeht, doch viel kommt dabei nicht rum. "Köstlich" findet es der Rezensent, wie Lewinsky hier Klischees über Männer, Frauen und Juden mit "urbanen Mittelschichts-Lebensüberdruss-Problemchen", aber auch Ängsten vor der aktuellen politischen Lage verquickt. Eine "halsbrecherische Satire" kommt dabei heraus, die ihren gefühlsverwirrten Protagonisten durch eine turbulente Mid-Life-Crisis führt, samt Affäre und Streit mit der Ehefrau, aber auch Verweise auf Politik und Geschichte miteinflicht - in jeder Hinsicht gelungen, freut sich der Rezensent.