Daniela Krien ist es auch in ihrem vierten Roman gelungen, darzustellen, wie Menschen im "Ernstfall" einer bedrohten Existenz reagieren und dabei ihr wahres Wesen zeigen, findet Rezensent Rainer Moritz. Die Mittvierzigerin Linda kann den plötzlichen Tod ihrer 17-jährigen Tochter bei einem Verkehrsunfall kaum verkraften und verlässt Leipzig und ihren Mann, um sich allein auf einen Hof im nördlichen Sachsen zurückzuziehen. Überzeugend und ohne unnötige Beschönigungen erzählt Krien, so der Rezensent, von Lindas Verzweiflung und ihrer scheinbaren Unfähigkeit, ein ,neues Leben' zu beginnen. Dabei nimmt der Roman eine überraschende Wende, als die Protagonistin, da der Mietvertrag für den Hof nicht verlängert wird, nach Leipzig zurückkehren muss. Hier beweist sich das Buch laut Moritz auch als einfühlsamer Eheroman, denn an diesem Punkt müssen - oder dürfen - Linda und ihr Mann ihre Beziehung neu entwerfen. Ein kluger Roman, den der Rezensent zur Lektüre empfiehlt.