Rezensentin Brigitte Neumann stellt zunächst einige Vermutungen über die Absichten des Autors an. Vielleicht, überlegt sie, sei die Verlagerung der Zukunft in eine veränderte Vergangenheit ja als Demonstration schriftstellerischer Macht gedacht. Vielleicht ist Ian McEwans kühl distanzierte Haltungen gegenüber seinen Figuren und ihren Schicksalen ja im Rahmen eines als literarischer Turing-Test konzipierten Romans beabsichtigt, vielleicht, vielleicht. Dass Neumann lediglich spekulieren kann ist vor allem ihrer allgemeinen Verwirrung geschuldet, die sich angesichts dieses "ausgesprochen uneleganten Fakten-Durcheinanders" im Buch sehr bald einstellt. Allein die Handlung scheint einigermaßen klar: Miranda und Charlie bestellen sich einen Androiden, der ihnen als moralisch unzureichende menschliche Wesen aushelfen soll, im Endeffekt jedoch alles auf den Kopf stellt, indem er mit Miranda Sex hat, Charlie völlig verunsichert und ein dunkles Geheimnis aufdeckt. Nur leider, so die Rezensentin, kommen diese Geschichte und ihre Figuren kaum zur Geltung, da der ambitionierte Autor seine Protagonisten vollkommen überlastet mit zahlreichen Theorien, Gegentheorien und wissenschaftlichen Exkursen. Neumann ist irgendwann so genervt von diesem "disparaten Ideenroman", dass sie ihn ohne schlechtes Gewissen von der Bettkante schubst.