Nicht anfreunden kann sich Christoph Schröder mit Banana Yoshimotos neuem Roman "Ihre Nacht". Ja, er wirkt sogar ziemlich enttäuscht. Dabei stört ihn weniger die Geschichte um eine junge Frau, die sich durchs Leben treiben lässt, eines Tages ihrem Cousin wieder begegnet und mit ihm zusammen versucht, ein düsteres Familiengeheimnis zu lüften, als die Sprache des Romans. Der "gepflegte Frauenratgeberwohlfühlton", den die Autorin anschlägt, ihre "Selbstfindungs- und Wellnessprosa" geht Schröder sichtlich auf die Nerven. Außerdem passt sie für Schröder nicht zum schrecklichen Familiengeheimnis. Nach einigen ordentlichen Büchern von Yoshimoto scheint ihm "Ihre Nacht" ein ziemlicher Reinfall.