Eva Marz stellt eine gewisse Diskrepanz in der Beurteilung der Romane Paul Coelhos durch das Feuilleton auf der einen Seite und durch das breite Lesepublikum andererseits fest. Während Literaturkritiker sein Werk als klischeehaft und trivial aburteilen, kann sich der brasilianische Autor einer breiten und dabei von Bill Clinton bis Mohammad Chatami durchaus illustren Leserschaft rühmen, weiß die Rezensentin. Auch diesem Roman über die junge Brasilianerin Maria, die nachts als Prostituierte, tagsüber aber an ihrem "Seelenheil" arbeitet, wird es ähnlich ergehen, meint Marz. Sie findet, dass Coelho eigentlich immer aufs neue am gleichen Buch schreibt, denn stets sind seine Protagonisten auf der "Suche nach gesicherter Identität". Wie bereits in seinen früheren Romanen geht der Autor ein "existentielles Ur-Thema" an, in diesem Fall dreht es sich um "Sex", der auch mit den "Elf Minuten" des Titels angesprochen ist, erklärt die Rezensentin. Und dieses Buch ist ihrer Meinung nach weniger ein "guter Roman" als eine "Heiligenlegende", denn der Autor versteht sich wohl eher als "Sinnstifter", denn als "Dichter", so die Rezensentin, die dies offensichtlich ganz in Ordnung findet.