Eine Untersuchung der Auswirkungen der Globalisierung auf Recht und Politik
aus philosophischer und juristischer Perspektive sieht Rezensentin Anette Bingemer in diesem von Georg Kohler und Urs Marti herausgegebenen Band, der fünfzehn Einzelstudien über die "Konturen der neuen Welt(un)ordnung" versammelt. So diagnostiziere Kohler eine zunehmende Verrechtlichung der Weltpolitik, wobei er festhalte, dass Konkurrenz und Kampf um einseitige Vorteile weiterhin an der Tagesordnung seien. Als Ansatzpunkt der diversen Beiträge nennt Bingemer Überlegungen zum Staat als "Bedingung der Möglichkeit politisch-rechtlicher Ordnung" in einem inzwischen veränderten Umfeld. Mehrere Beiträge untersuchten dann die Idee der Gerechtigkeit als normativer Begründung einer Ordnung, die das Gute und das Rechte auch auf Weltebene vereinbaren sollte. Dabei argumentierten die Autoren dafür, die Umverteilung für sozialen Ausgleich beim Staat zu belassen, plädierten jedoch auch für ein Recht auf "Rechtsstaatlichkeit als internationales Gerechtigkeitsprinzip". Dass sich die Autoren nicht immer einige sind, versteht sich bei der komplizierten Materie von selbst. Jedenfalls zeigen nach Ansicht der Rezensentin nicht zuletzt die dreissig eng bedruckte Seiten Literaturverzeichnis, "dass man es sich nicht gerade leicht gemacht hat".