Das ist ein Buch, das die nächste deutsche Regierung lesen sollte, findet Rezensent Christoph Drösser. Ausgangspunkt ist das Versagen der gerade abgewählten Ampelregierung bei dem Versuch, Veränderungen durchzusetzen. Die Gründe dafür sucht Klein Drösser zufolge in Disziplinen wie Psychologie und Ökonomie, das Argument läuft darauf hinaus, dass Menschen nicht immer rational handeln, nicht durch Sachargumente zu überzeugen sind. Diverse Illusionen, die sich die Politik in diesem Zusammenhang macht, werden von Drösser auseinandergenommen, referiert Klein, unter anderem stellt er klar, dass die Menschen Situationen oft gemäß von Vorurteilen bewerten, gelegentlich aber auch wissen, was richtig ist, es aber dennoch nicht selbst tun wollen. Dennoch sind Veränderungen möglich, sogar in eher kurzen Zeiträumen, wie der Autor dem Rezensent zufolge an historischen Beispielen wie der Abschaffung der Sklaverei und der Ächtung des Rauchens zeigt, außerdem verweist er auf die Zeit der Renaissance, als die Menschen mindestens so sehr wie heute vor der Aufgabe standen, mit Veränderungen umzugehen, was ihnen im Großen und Ganzen gelungen ist. Die Lage ist also nicht hoffnungslos, lernt Drösser von Klein, erst recht nicht, wenn man auf die jüngere Generation blickt, die zum Beispiel bei den Themen Inklusion und Diversität schon ziemlich weit ist. Insofern ist das auch ein Buch, schließt die positive Rezension, das gegen allzu zaghaftes Handeln helfen kann.