Am Rande seiner Besprechung zu Band 11 der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe kommt Mann-Kenner Edo Reents auch auf den bereits im vergangenen Jahr von Rudolf Vaget herausgegebenen Band mit "Späten Erzählungen" zu besprechen. Reents schätzt den Germanisten Vaget dafür, dass er den späten Mann, anders als Joachim Fest, aus der Rezeptions-Perspektive des "romantisch-verträumten Fatalismus" befreite. Nicht jede späte Erzählung Manns, etwa "Die Betrogene", ist denn aber auch als "politische Allegorie" zu verstehen, mahnt der Kritiker. Im Gegensatz etwa zu Manns Moses-Psychogramm "Das Gesetz", dessen "riskante politische Botschaft" Vaget korrekt herausarbeite, wie Reents lobt. Vagets Einteilung der Erzählungen scheint dem Rezensenten klug, die Frankfurter Ausgabe dürfte "auf Jahrzehnte Gültigkeit haben", schließt er.