Wer einen Hard-Boiled-Krimi erwartet, wird mit Janice Halletts Buch nicht glücklich werden, meint Rezensentin Katrin Doerksen, vielmehr steht hier kreatives Rätsellösen auf dem Programm - in einer wenig idyllischen sozialen Umgebung allerdings, im East End Londons. Die Hauptfigur heißt Steven, in Gang kommt die Geschichte durch ein mysteriöses Buch, das möglicherweise Geheimcode enthält und mit dem Verschwinden von Stevens Lehrerin Jahrzehnte vor Beginn der Haupthandlung zu tun haben könnte. Der Clou des Buchs besteht in seiner Form, beschreibt Doerksen, und zwar entfaltet Hallett die Handlung vermittels Transkriptionen fiktiver Audionachrichten, zahlreiche Missverständnisse und sogar Zensur inklusive. Großartig übersetzt ist das alles von Stefanie Kremer, lobt die Rezensentin, keineswegs wird hier die außergewöhnliche Sprache wieder gerade gebogen. Ein Buch, das sprachlich geschickt und schöpferisch arbeitet, schließt Doerksen angetan.