Der Roman von Moa Herngren, die mal Chefredakteurin der schwedischen "Elle" war, überzeugt den Kritiker Matthias Hannemann weniger durch Sprache, sondern eher durch die Beziehungsdynamiken: Die Mittfünfzigerin Asa sieht einigermaßen hilflos dabei zu, wie sich ihr Sohn Andreas von ihr entfernt und sein Heil bei seiner Partnerin Josefin sucht. Asa kann selbst als Kommunikationsexpertin nichts ausrichten und darf am Ende nicht einmal mehr ihr Enkelkind sehen, was in der allgemeinen Dramatik Hannemann zufolge "präzise und empathisch" geschildert wird. Er ärgert sich allerdings über den unausgegorenen Aufbau des Romans, der seine Erzählperspektiven wechselt (und so zeigt, dass Asa auch nicht alles richtig macht) und sich am Ende in einem merkwürdig "zusammengerafften" Schluss verliert.