"Berührend und wahr und manchmal poetisch" findet Rezensentin Nadine A. Brügger Meral Kureyshis Debütroman. Dass die Schweizer Autorin klassische Erzählstrukturen hinter sich lässt, wird ihr sofort klar, wenn der Roman mit dem Tod der Großmutter Lily beginnt, um dann in der Folge deren Kindheit und Leben in nicht-linearen Rückblenden zu erzählen. Wiedergegeben wird die Geschichte von der namenlosen Ich-Erzählerin, die mit Lilys Enkelin Sophie zusammenlebt und sich mit ihr um den kleinen Sohn Eric kümmert, erzählt die Kritikerin. Vor allem die Geschichte von Lily "belebt" die Handlung, so Brügger: Kitschfrei und authentisch schildere Kureyshi das Altwerden der Großmutter, das allmähliche Verlorengehen im "sterbenslangweiligen Einerlei" des Altenheims und das Gefühl der Abgehängtheit. Kureyshi erzählt durch die Erinnerungen auch eine Migrationsgeschichte, denn Lily ist im Kosovo aufgewachsen, erklärt die Kritikerin. Die Geschichte speist sich aus den eigenen Erfahrungen der Autorin, weiß Brügger, und klar, Autofiktion ist in Mode. Aber hier wird sie außerdem zum "Glücksfall für den Leser", schließt die überzeugte Rezensentin.