Bisher war die Autorin Nina George für Rezensentin Nina Apin eher im seichteren Fach angesiedelt, das ändert sich mit diesem Buch über die Filmdiva Jeanne Patou, die die Gelegenheit nutzt, aus ihrem Leben zu verschwinden: Um ein Haar wäre sie mit dem Germanwings-Flug 4U9525 abgestürzt, aber sie ist gar nicht eingestiegen: Zuhause würde nur der unterdrückende Ehemann Bernard warten, der sie beleidigt, herabsetzt, beim gewaltvollen Sex filmt - das lässt Jeanne alles hinter sich, erfahren wir. Sie erfindet sich in Barcelona neu, sucht sich neue Gefährtinnen und kommt ihrem alten Leben auf einmal wieder gefährlich nahe; das ist rasant erzählt und manchmal etwas zu dick aufgetragen, findet Apin, aber das "raffinierte Ende" und das Spiel mit verschiedenen Ebenen und Perspektiven überzeugt sie.