Dass der Kunstbetrieb bisweilen unmoralisch ist, konnte Rezensentin Laura Helena Wurth schon in einigen Romanen lesen, jetzt reiht sich die Künstlerin und Autorin Calla Henkel mit ihrem zweiten Buch ein: Ihre Protagonistin Esther Ray bekommt den Auftrag, die Familiengeschichte einer sehr reichen Auftraggeberin in künstlerisch wohlgestalteten Scrapbooks darzustellen. Sie nimmt an, fragt sich dann aber doch, welche moralischen Schwierigkeiten es mit sich führt, Geld anzunehmen, von dem man nicht weiß, ob es mit Verbrechen verdient wurde, ihre Auftraggeberin stirbt auf mysteriöse Weise, so Wurth, Ray möchte aufklären. Die Kritikerin schreibt Henkel eine "besondere Art der Niederschwelligkeit" zu, es handele sich zwar nicht um große Literatur, aber um einen höchst unterhaltsamen Roman, der auch die Frage stellt, welchen Erzählungen wir Glauben schenken können.