Anne Tyler ist für Kritikerin Katharina Teutsch mit ihren Büchern für den "literarischen Jedermann" zuständig, so auch in ihrem neuen Buch, das die unscheinbare Protagonistin Gail in den Mittelpunkt stellt. Sie ist Lehrerin, eine Beförderung wird ihr verwehrt, sie lebt in ihrem kleinbürgerlichen Haus, im gleichen Stadtteil wie ihre Tochter, die vor der Frage steht, ob sie den Mann heiraten soll, der sie möglicherweise betrogen hat, erfahren wir. Plötzlich steht ihr Ex-Mann vor der Tür und wie beide sich an ihre neue Lebensrealität gewöhnen, schildert Tyler so interessiert und zugewandt, dass sich Teutsch dem Sog des Alltäglich-Amerikanischen kaum entziehen kann. Die Verhältnisse, die die Autorin beschreibt, lassen sich nämlich auch gut auf unser aller Alltag zwischen Konvention und Rebellion beziehen, schließt sie.