Rezensentin Carola Ebeling freut sich, dass Franziska Gänsler das Thema ihres Debütromans in ihrem zweiten Buch vertieft: Wieder geht es um eine Mutter-Tochter-Beziehung, diesmal im Schatten des Tods der Mutter und des länger zurückliegenden Verschwindens der kleinen Schwester - eine Mitschuld der Protagonistin Zoey steht im Raum. Wie feinfühlig Gänsler dabei die verschiedenen Schichten der Beziehung Zoeys zu ihrer Mutter freilegt, die sich zwischen inniger Zuneigung, gegenseitiger emotionaler Abhängigkeit und verdrängten Gefühlen bewegt und erst durch die Außenperspektive einer Freundin Zoeys als missbräuchliche erscheint, beeindruckt die Kritikerin. Besonders lobt sie Gänslers Talent zur bildhaften Verdichtung von Stimmungen, die auch schon den Debütroman auszeichnete. Ganz so "feingliedrig" wie dieser falle der neue Roman zwar nicht aus, gelungen sei aber dennoch eine "kluge" und "berührende" Geschichte über Schmerz und Momente der Befreiung, schließt Ebeling.