Rezensentin Sylvia Staude hätte die Lektüre fast aufgegeben von Daria Shualys Krimi aus dem Jahr 2022. Zu überspannt die Figuren, zu krass die Ermittlerin mit ihren nymphomanischen Zügen und ihrer ausgestellten Coolness. Dass sie dennoch dabeiblieb, liegt am augenzwinkernden, ironischen Erzählton, den mit allerhand Macken ausgestatteten Figuren und dem Ort der Handlung um verschwundene Familienmitglieder - Tel Aviv. Allein schon die Einblicke in ein Stadtleben, das niemals in Frieden abläuft, aber nicht weniger lebendig ist als andernorts, findet Staude bemerkenswert.