Rezensentin Sylvia Staude liest mit Bryan Washingtons Debüt genau die Art von Roman, die unsere "aufgeregte Zeit" gerade braucht: Einen Roman nämlich, der einem nicht erst sagen muss, dass ein schwules Paar "das Normalste der Welt" ist, sondern diesen Satz ernst nimmt und daher gar kein großes Aufheben um die Sexualität seiner Figuren macht. Überhaupt geschieht alles in in diesem Roman ohne viel Aufhebens, so Staude. Mit bemerkenswerter Beiläufigkeit werden etwa Themen wie Homophobie, Rassismus, Aids und Armut angesprochen, wobei beiläufig nicht bedeutet oberflächlich, sondern einfach undramatisch, realistisch, meint die Kritikerin. Auch vom Sex und der etwas müde gewordenen Liebe zwischen Ben und Michael lässt Washington seine Figuren so selbstverständlich, so lebensnah erzählen, dass diese Figuren und ihre Probleme einem lebendig vors Auge zu treten scheinen, staunt Staude. Und das alles in einem Ton, der lässiger kaum sein könnte, schließt die beeindruckte Rezensentin.