Der Schriftsteller Michael Maar verbindet seine Besprechung von Hannah Arendts Buch über Rahel Varnhagen mit einer Hommage auf die vor zweihundertfünfzig Jahren geborene Salonnière, die er für ihre Originalität, ihre Wahrheitsliebe, ihren Esprit und ihr Herz bewundert und in der er ebenso ein Genie der Freundschaft wie eines der Feder erkennt, was sich in ihren unzähligen Briefen niederschlug. Arendt beendete ihr Buch über Rahel Varnhagen, das sie als Habilitationsschrift begonnen hatte, 1938 im Pariser Exil, wie Maar erklärt, erst 1959 erschien es auf Deutsch. Dieser Pioniertat sei zu verdanken, dass Rahel Varnhagen hierzulande nicht noch unbekannter geblieben sei. Doch Maar erkennt in dem Werk vor allem auch ein Zweigespräch unter zwei seelenverwandten Geistesriesinnen.