Jasminka Petrović schreibt über die 13-Jährige Serbin Sofija, die ihre Oma in Kroatien besucht, als führe die Protagonistin ein Reisetagebuch, schreibt Rezensentin Svenja Kretschmer. Sofijas kindliche Offenheit und Unbedachtheit beschert ihr Erlebnisse, mit denen sie sich so lange unwohl fühlt, bis sie aus den Gesprächen der Großmutter mit ihrer Schwester erfährt, was im Krieg vor einem Vierteljahrhundert passiert ist und was Familien im einstigen Jugoslawien zerrissen hat. Dass Petrović die Gegenwart mit der Vergangenheit erklärt und dabei das thematisch Schwere in einen "luftig-leichten Sommerroman" zu packen versteht, ist für die Rezensentin ein Lob wert. Die Sprache ist Kretschmer zwar zu gewollt auf Jugendlichkeit getrimmt und das Ende zu süßlich, aber der Humor und der Charme literarischer Verweise, hat sie serbische und kroatische Künstler entdecken lassen, die auch Sofija bis zum Großmutter-Besuch nicht gekannt haben dürfte.