Rezensentin Sigrid Löffler begeistert sich für Claire Keegans Roman "Kleine Dinge wie diese". Die 1968 geborene irische Autorin erzählt in diesem Miniaturroman von dem "irischen Jedermann" Bill Furlong, glücklich verheiratet mit fünf Töchtern und als Kohlenhändler tätig, der während der Vorweihnachtszeit 1985 in der ihm heimischen irischen Provinz bei einer Kohlenlieferung ein in einen Kohleschuppen gesperrtes, ängstliches, durchfrorenes Mädchen entdeckt, das berichtet, ihr sei das neugeborene Kind von Nonnen weggenommen worden, erklärt Löffler. Hier wird nicht einfach die Kirche polemisiert, merkt die Rezensentin an, sondern die Gewissensnot eines mit sich kämpfenden Mannes in der Form einer Weihnachtserzählung thematisiert. Das ist große Kunst dieser "Meisterin der Einfachheit", schließt Löffler.