Rezensent Tobias Lehmkuhl staunt über den Klassiker-Status, den Harry Martinsons Weltraum-Epos in Schweden schon genieße - denn er kann mit diesem nun neu übersetzten Buch gar nichts anfangen. Es geht, in einem schon "mühsam" zusammenzureimenden Plot, ächzt Lehmkuhl, um ein vom Weg abgekommenes Raumschiff, dass nun, ursprünglich auf Erd-Evakuierungsmission Richtung Mars, ziellos durchs Weltall treibt. Dass die Besatzung sich in ihrer Verzweiflung eine KI als neue Gottheit nimmt, könnte ja sehr aktuell sein, aber so wirkt es leider gar nicht, vor allem wegen der Sprache, meint Lehmkuhl: ziemlich ungelenk findet er die Verse, mit zum Teil "hanebüchenen" Reimen, unfreiwilliger Komik und "künstlich verrätselten" Ausdrücken: der "Rindel-Groschen tönt mit seinen Gondi", da versteht der Kritiker nur Bahnhof. Vielleicht liegt es am Deutschen, aber auch da überzeugen andere Martinson-Werke den Kritiker weitaus mehr - sehnsuchtsvoll denkt er etwa an stilistisch feinsinnige Natur- und Reisebeobachtungen in "Schwärmer und Schnaken" oder "Reisen ohne Ziel" zurück. Dagegen wirkt dieses Sci-Fi-Epos für ihn leider wie ein Reinfall.