Der lebensuntüchtige Popfan, den der britische Erfolgsautor Nick Hornby als literarische Figur erfunden hat, steht auch in seinem jüngsten Roman im Mittelpunkt, stellt Gisa Funck fest. Hier allerdings handelt es sich um so etwas wie den Schwanengesang auf einen Menschentyp, der über die obsessive Beschäftigung mit Popmusik und ihrer Protagonisten dem eigenen Leben ausweicht, so die Rezensentin. In "Juliet, naked" begibt sich der nicht mehr ganz junge Universitätsdozent Duncan mit seiner Freundin auf Spurensuche nach einem verschollenen amerikanischen Sänger. Waren allerdings frühere Helden des britischen Erfolgsautors noch "liebenswerte Spinner", so ist Duncan ein ausgemachter "Idiot", der der Rezensentin offenkundig längst nicht so sympathisch ist. Und zur tragischen Größe dieses Antihelden fehlen ihr die erzählerischen Tiefen, was sie allenfalls notdürftig durch "harmlose Pointen" überdeckt sieht. Und deshalb ist Funck von diesem "routinierten Pop-Abschiedsbuch" auch nicht recht zu begeistern.