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Neue Taschenbücher im März 2026 Mit Empfehlungen zu Olga Grjasnowa, Christoph Hein, Katja Lange-Müller und vielen anderen
Der Taschenbücherbrief im März ist da! Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Die britische Psychoanalytikerin Jane Campbell, die im Alter von über achtzig Jahren ihr literarisches Debüt vorlegte, ist eine wahre Entdeckung. Auf einen Erzählband folgte der Roman "Bei aller Liebe" - und der Dlf Kultur bezeichnete diese an menschlichen Abgründen und Menschenkennntnis reiche Geschichte einer Hochzeitsgesellschaft, bei der die anwesenden Therapeuten allerhand zu tun haben, schicht als Meisterwerk. Wie Campell Spannung, Inzestmythen und die Ideen Freuds verknüpft, beeindruckte die NZZ. Als Opus magnum bezeichnete die FAZ Christoph Heins jüngsten Roman "Das Narrenschiff" und fast alle KritikerInnen stimmten ihm zu. Wir begleiten zwei opportunistische Familien, dabei ein Ex-Nazi, ein SED-Funktionär und ein Künstler, durch Alltag und Lebenslügen in vierzig Jahren DDR-Geschichte, dabei spielt sich die Politik stets im Hintergrund ab. Willkür und Absurdität der Diktatur macht Hein einmal mehr fassbar und auch der nüchterne Erzählton entwickelt eine besondere Sogkraft, lautete der Tenor der Kritiken. Auch Katja Lange-Müllers Roman "Unser Ole" spielt in der DDR, die Geschichte ist aber eine gänzlich andere: Die alte Dame Ida zieht bei ihrer Bekanntschaft, Witwe Elvira ein, ein wahres Biest, das sich aber um den autistischen Enkel Ole kümmert. Mit dem Tod Elviras und dem Auftauchen ihrer Tochter Manuela werden alte Abgründe und Wunden wieder aufgerissen: Die FAZ las eine Kritik an der patriarchalen Sicht auf Frauen in der DDR, die taz lobte den psychologischen Realismus dieses Kammerspiels, einen fesselnden Krimi gibt es auch noch, versicherte der Dlf und die SZ meinte: Vielleicht ist das der ehrlichste Wenderoman seit langem. Mehr Kunstwerk als Sachbuch ist dieses Werk der Künstlerin Moshtari Hilal laut SZ: In einem Mix aus Gedichten, Fotos und Collagen nähert sich Hilal dem Thema "Hässlichkeit" auch autobiografisch, vor allem aber analysiert sie Normen und Schönheitsidealen, die nicht selten rassistisch oder kolonial geprägt sind. Ein Buch zum Umdenken, findet Dlf Kultur.