Literaturnobelpreis für Han Kang Eine Auswahl der Übersetzungen
10. Oktober 2024. Die Jury in Schweden hat eine überraschende und einigermaßen unpolitische Wahl getroffen: Die südkoreanische Schriftstellerin Han Kang erhält nach dem Booker-Prize im Jahr 2016 den diesjährigen Literaturnobelpreis. Ausgezeichnet wird sie "für ihre intensive poetische Prosa, die sich historischen Traumata stellt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens offenlegt". Verdient, finden wir! Hierzulande bekannt wurde Han Kang hierzulande vor allem für ihren Roman "Die Vegetarierin", der im Jahr 2016 als Sensation gefeiert wurde: In der so schlichten wie poetischen Geschichte um eine pflichtbewusste Hausfrau, die erst zur Vegetarierin und bald zum Baum wird, erkannte die NZZ ein Röntgenbild der modernen koreanischen Gesellschaft, die SZ adelte die Autorin gar zum "Bartleby des 21. Jahrhunderts". Nicht alle Romane der Koreanerin wurden in den deutschen Feuilletons so hymnisch besprochen: "Menschenwerk" etwa, in dem Han Kang in das Grauen des "Massakers von Gwangju" schildert, galt den Kritikern als aufklärend und verstörend, aber auch ein wenig hölzern. Zuletzt übersetzt wurde der bereits 2011 erschienene Roman "Griechischstunden", eine so leise wie empfindsame Geschichte um eine Lyrikerin, die nach dem Tod der Mutter und der Scheidung samt Sorgerechtsstreit verstummt und in einem Altgriechisch-Kurs auf einen Lehrer trifft, der langsam zu erblinden droht. Die SZ empfahl einen Text, so filigran als bestehe er aus "Millionen von Glaspartikeln". Alle deutschen Übersetzungen finden Sie natürlich bei uns!