Gastland Italien in Frankfurt Eine Auswahl neuester italienischer Literatur
15. Oktober 2024. Die 76. Frankfurter Buchmesse startet am 16. Oktober, das Gastland ist dieses Jahr Italien. m Vorfeld viel über das Gastland diskutiert, die rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte eine Rede des Faschismusexperten Antonio Scurati im Fernsehen verhindert, der Schriftsteller Roberto Saviano fand sich zunächst nicht mal auf der Liste der italienischen Delgation. Zum Glück wird Saviano dennoch nach Frankfurt reisen - und wir freuen uns außerdem über eine Vielzahl italienischer Neuerscheinungen, nicht nur von Saviano und Scurati: : Viel Aufmerksamkeit bekam Davide Coppos Roman "Der Morgen gehört uns", der von der Radikalisierung eines neunzehnjährigen, italienischen Jugendlichen zum rechten Schläger handelt. Francesca Melandri begibt sich in ihrem neuen Roman auf eine literarische Spurensuche und rechnet gleichzeitig posthum mit ihrem Vater, dem faschistischen Journalist Franco Melandri sowie mit der italienischen Geschichtsvergessenheit ab. Giulia Caminito schreibt in ihrem neuen Roman "Das große A" über bisher kaum literarisch verarbeitete italienische Kolonialgeschichte in Ostafrika. Eine Wiederentdeckung aus den siebziger Jahren ist Elsa Morantes "La Storia", der die Geschichte von Ida und ihren beiden sehr unterschiedlichen Söhnen im faschistischen Rom erzählt. Melania G. Mazzuccos lässt in ihrem halb faktischen, halb fiktiven Roman der ersten römische Architektin Plautilla Bricci die Aufmerksamkeit zukommen, die ihr lange verwehrt wurde.