Die "Geschichte eines unwahrscheinlichen Überlebens" liest Rezensent René Schlott im Buch von Simon Gronowski, der hier seine Lebensgeschichte für Jugendliche erzählt. Nur knapp entging der jüdische Belgier Gronowski der Deportation und Ermordung durch die Nazis. Die Flucht gelang, als er, elf Jahre alt, aus dem Deportationszug sprang, in dem er, seine Mutter und seine Schwester nach Auschwitz gebracht werden sollten. Dem jüdischen Widerstand war es gelungen, Werkzeuge zum Aufhebeln der Türen in die Waggons zu schmuggeln, so Schlott. Gronowski erzählt nun, wir er in einem belgischen Dorf an die Polizei übergeben wurde, der Polizist ihn allerdings schützte und nicht an die Besatzer auslieferte. Später schaffte es der Junge zu seinem Vater nach Brüssel zu kommen, die beiden überlebten die Besatzung in verschiedenen Verstecken. Nach dem Krieg wurde Gronowski Anwalt und Jazzpianist, 2002 veröffentlichte er seine Autobiografie. Hier verbinde er die altersgerecht erzählte, packende wie traurige Geschichte, die ohne viele Fremdwörter auskommt, mit einem "flammenden Plädoyer" für den Frieden, erklärt der Kritiker, der diesem Buch zahlreiche junge Leser und Leserinnen in deutschen Klassenzimmern wünscht.