Vom reißerischen Titel dieses Jugendromans sollte man sich nicht in die Irre führen lassen, meint Rezensent Christoph Vormweg. Ja, eine der beiden Heldinnen ist tatsächlich britische Spionin im Zweiten Weltkrieg, mit dem Code Namen Verity. Und ja, ein Geständnis, in dem jene Verity "die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" zu sprechen vorgibt, nimmt tatsächlich einen großen Teil dieser spannungsreichen Erzählung ein. Doch die Spannung generiert sich weniger aus wilder Action, denn aus der "existentiellen Grenzerfahrung" und den komplexen Emotionen, welche die beiden Heldinnen durchleben. Wein erzählt davon auf eindringliche Weise, wobei sie jeder ihrer Protagonistinnen eine jeweils eigene Stimme verleiht. Es ist ein überaus realistischer Roman, den Elizabeth Wein geschrieben hat, und ein wichtiger Roman, so Vormweg - über die Ausnahmesituation des Krieges, über Gefangenschaft, Folter, Tod und Verlust, vor allem aber über Freundschaft und zu was sie uns befähigt.