Rezensentin Christine Lemke-Matwey rät Ildiko von Kürthy und Elke Heidenreich, die sich kürzlich ebenfalls in der Zeit über Denis Scheck empörten - genau wie Sophie Passmann, die in den sozialen Medien nachzog - zu mehr Gelassenheit: Nicht alles, was Anstoß errege, sei "sexistisch, rassistisch, faschistisch oder sonst irgendwie -istisch", findet die Kritikerin. Kürthys Buch, Auslöser der Debatte, widmet sie dennoch eine knappe, aber faire Besprechung - aber das Urteil fällt nicht besonders positiv aus. Dass Kürthy aus ihrem Herzen nie eine Mördergrube machte, will Lemke-Matwey ihr gar nicht ankreiden, vor allem wenn die Naivität so "elegant" daherkommt. Nur scheinen die beschriebenen Minderwertigkeitskomplexe und Selbstversuche, die die 58-jährige Autorin hier unternimmt, der Rezensentin doch etwas prätentiös: Catwalk bei Heidi Klums Germanys Next Topmodel? Besuch eines New Yorker Lesben-Clubs? Das finde Lemke-Matwey so wenig "existenziell" und nachhallend, dass sie lieber zu Christine Rösingers "The Joy of Ageing" rät.