Außerhalb des Deutschunterrichts ist die Novelle schon lange aus der Mode gekommen, stellt Ulrich Gutmair fest und freut sich, dass Wolf Biermann ihr mit "Barbara" wieder zur Ehre verhilft. Für den Rezensenten ist dieser Prosaband das ideale Pendant zu Biermanns 2016 erschienener Autobiografie "Warte nicht auf bessre Zeiten!", aus dem viele Figuren vor allem aus dem familiären Umfeld des Autors auftauchen, etwa die Eltern Dagobert und Emma oder die Großmutter "Ome Meume". Daneben spielen Zeitgenossen Biermanns wichtige Rollen, prominente wie Ruth Berlau, Hanns Eisler und Manfred Krug, aber auch unbekannte wie eine Ostberliner Krankenschwester oder die Baletttänzerin Barbara aus der Titelnovelle, fasst Gutmair zusammen. Wie es Biermann gelingt, "historische Ereignisse mit persönlichen Erlebnissen" pointiert zu verknüpfen, ringt dem Rezensenten höchsten Respekt ab.