In "Die Frau als Mensch - Am Anfang der Geschichte" verfolgt Ulli Lust die Darstellung und Rolle von Frauen bis in die Steinzeit, erzählt Kritiker Christoph Haas. So zeigt sie etwa, dass uralte Frauenfiguren sich durch eine viel selbstbewusstere Haltung, dabei mit "opulenten Formen" und "deutlich sichtbarer Scham", auszeichnen als etwa griechische Statuen der nackten Aphrodite, staunt Haas; und auch wie Lust anhand vieler am Ende des Buchs aufgelisteter historischer Quellen zeigt, dass viele Geschlechterbilder - wie beispielsweise die binäre Jäger-Sammler-Logik - schon widerlegt wurden, findet der Kritiker spannend. Das eigentliche Verdienst von Lust sei jedoch, dass sie diese Wissensvermittlung mit einem großen Comic-Talent verbinden könne: somit gelinge ihr eine "aufs Angenehmste belehrende" Graphic Novel, die dem Kritiker Lesegenuss bereitet.