Leider nicht mehr up to date ist Irvine Welshs viertes Buch um die "Trainspotting"-Charaktere Simon, Daniel, Rab, Franco und Mark, seufzt Rezensent Joachim Scholl. Zumindest die ersten drei werden Welsh-Fans eher als Sickboy, Spud und Second Prize bekannt sein, meint er. Heroin nehmen sie jetzt nicht mehr, dafür Speed und Ecstasy, sie sind auch immer noch die "Machos aus dem rauen schottischen Arbeitermilieu", dem Welsh selbst entstammt. Ihre Wege haben sich getrennt, allerdings sind sie allesamt an den Rändern der Gesellschaft unterwegs, lesen wir, und dazu in unterschiedlichste Sex- und Liebesaffären verstrickt. Sickboy trifft eines Tages auf Amanda aus der englischen Oberschicht, resümiert Scholl, der erhoffte soziale Aufstieg gelingt, es kommt sogar zur Hochzeit. Aber so rauh wie sich die schottischen Jungs hier gebaren, hat der Kritiker sogar Mitleid mit Amandas Vater, der über diese Verbindung überhaupt nicht glücklich ist. Sogar der Autor selbst entschuldigt sich im Nachwort für die vielen Kraftausdrücke, die, in den Achtzigern normal, heute leider nicht mehr angebracht seien. Da scheint jemand selber zu merken, dass das Konzept nicht mehr funktioniert, meint der Kritiker. Das Ganze liest sich trotzdem rasant weg und für Fans ist das Buch sicher immer noch ein Genuss. Aber vielleicht sollte sich Welsh doch mal was Neues ausdenken, überlegt Scholl.