"Kühl, vage und traurig" schreibt Yael Inokai einen Krimi und auch ein Buch über Einsamkeit, findet Rezensentin Judith von Sternburg. Im Zentrum steht Leonora Bloch, eine 73 Jahre alte frühere Putzfrau, sie hat früher in einem edlen, mittlerweile im Niedergang begriffenen Kaufhaus gearbeitet, was dem Roman für Sternburg eine gewisse melancholische Note verleiht. Bei Inokai stirbt aber nicht nur die Luxusbranche, sondern auch der Mann, dem das Kaufhaus gehört hat und Leonora findet ihn, wie die Kritikerin verrät. Ihr fällt auf, dass die Autorin vor allem auf etwas abgenutzte Elemente des Krimis setzt, zum Beispiel ein Ermittlerpaar, das direkt aus einen Sonntagskrimi gefallen zu sein scheint, eine Hauptfigur, die zwischen (finanziellen) Sorgen, geplatzten Träumen und zarter neuer Verliebtheit schwebt. Es ist aber trotzdem sehr interessant, dieses "eigenartig verlangsamte Wirrwarr", dessen genauen Ausgang die Kritikerin nicht verraten will, nur, dass Inokai die verschiedenen Ebenen und Atmosphären zwischen Krimi, Kaufhaussterben und dem schwierigen Altwerden gut zu Ende führt.