Luke Pearson hat mit seinem Comic-Märchen "Hilda und der Mitternachtsriese" eine Parabel über Toleranz geschrieben und tritt damit in große Fußstapfen, berichtet Daniel Wüllner, der sich an Jonathan Swifts "Gullivers Reisen" erinnert fühlt. Wie Gulliver findet sich Hilda mit einem winzig kleinen Volk und mit einem gewaltigen Riesen konfrontiert, erklärt der Rezensent, allerdings muss sie dafür ihr Zuhause gar nicht erst verlassen. Ein Feenvolk hat sich in der Nähe des Hauses von Hildas Familie eingerichtet, fühlt sich von ihr bedroht und versucht nun, Hilda zu vertreiben. Gleichzeitig streift nachts eine "monströse Gestalt", ein Mitternachtsriese ums Haus und droht seinerseits, das Tal zu vernichten, fasst der Rezensent zusammen. Hilda versucht, sich mit den fremden Wesen zu verständigen und je mehr sie voneinander erfahren, desto mehr bauen sie ihre Vorurteile ab. Wüllner gefällt besonders, dass Pearson keinen indoktrinierenden Kindercomic vorgelegt hat, der die schlichte Botschaft vermittelt, dass man "anders" nicht mit "schlechter" verwechseln darf. Er lässt ausreichend Freiraum zum Selberdenken, lobt der Rezensent.