Rezensent Jörg Aufenanger ist sehr fasziniert von der Literaturgeschichte des Dichters Klabund, die, ursprünglich 1929 in zwei Bänden erschienen, nun in einem Band wiederveröffentlicht wurde. Seinen frühen Tod vor Augen, raste der Autor förmlich durch die Literaturen der verschiedenen Nationen, informiert der Rezensent, der sich von diesem "stilistisch brillanten Erzähler" mit Wonne für einen Parcours-Ritt an die Hand nehmen lässt. Dabei erfährt er viel über die angeblich göttlichen Ursprünge der literarischen Kunst, für deren Beleg Klabund Beispiele aus diversen antiken Kulturkreisen anführe und es dabei zu keiner Zeit an Emphase mangeln lasse. Das Ergebnis ist auch wegen Klabunds schalkhafter Charakterisierungen diverser literarischer Größen ein subjektiv enorm zugespitzter, sehr vergnüglicher Überblick über die Literaturgeschichte, lobt Aufenanger, der sich bei soviel prächtigem Amüsement an Klabunds teils etwas irrigen Beobachtungen nicht groß stören mag.